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Naturpark Fanes-Sennes-Prags - Im Reich der Tiere
Geologie und Wasserhaushalt Sämtliche Gebirgsbildungen innerhalb des Naturparks setzen sich fast ausschließlich aus Sedimentgesteinen - wie Kalke und Dolomite - zusammen. Diese sind vor allem dank verschiedener Mikroorganismen, die im Meer leben, entstanden.
Die Hochflächen von Fanes und Sennes-Fosses sind von den Felsen des nach außen steil abfallenden Randgebirges umgeben. Die Gesteine dieser Hochflächen bestehen aus Dachstein-Dolomit, der die Gebirgsränder
des Rautales und die Conturines im Süden des Parks aufbaut. Vor allem
Jura und Kreidegesteine prägen das Landschaftsbild. Infolge tektonischer Verschiebungen wurden die Liaskalke einerseits fast senkrecht zu glatten Plattenbergen emporgehoben, andererseits bildeten sie Stufen, die mit Treppenstufen eines Amphitheaters vergleichbar sind. Am Limo-See sind zudem rötliche Ammonitenkalke mit Versteinerungen der spiralenförmigen Ammonite zu sehen. Karsterscheinungen Die Geomorphologie ist im Bereich des Naturparks äußerst komplex. Dies ist auf den unterschiedlichen Gesteinsaufbau und auf den mehrfachen Wechsel der Form gebenden Kräfte (Erosionstätigkeit des Wassers und der Gletscher sowie die Löslichkeit des Kalkgesteines) zurückzuführen. Wie kein anderes Gebiet der Dolomiten ist dieses Schutzgebiet vom Karst geprägt. Die im Wasser gelöste Kohlensäure hat nämlich vor allem die bestehenden Jurakalke angegriffen und aufgelöst. Fast alle klassischen Elemente des Karsts können hier beobachtet werden: Rinnen- und Kluftkarren, Spalten, Schächte und Dolinenbecken, in denen sich Seen bilden können. Die Karstbildung hat seinen Ursprung in den voreiszeitlichen Wärmeperioden, sie hält jedoch heute noch an.
Hydrologie Unterirdische Entwässerung prägt weithin das öde Bild der vom Wind gepeitschten Hochflächen. Um so erfrischender erscheinen die grünen Mulden, in denen Quellen hervorsprudeln und Bergseen schimmern. So etwa im Wassergarten unterhalb des Grünsees/Lè Vert.
Lebensräume Der Waldgürtel Den Großteil
der Waldfläche über 1.000 m Meereshöhe nehmen die Fichtenwälder ein, die von ungefähr 900 bis 2.000 m hinaufreichen und gegen die Waldgrenze hin mehr und mehr mit Lärchen und Zirben durchsetzt sind. Allmählich löst sich der Wald zusehends in kleinere Baumgruppen auf, bis neben ausgedehnten Latschenfeldern nur mehr Einzelbäume vorkommen. An den trockenen und schuttreichen Hängen des Höhlensteintales und des Rautales finden wir die relativ anspruchslosen Kiefern. In den eher lockeren Bergwäldern gedeiht ein üppiger Unterwuchs, dessen Zusammensetzung durch die saure Humusschicht bedingt ist (Heidelbeere, Preiselbeere und Alpenrose). Da aber das Grundgestein aus Kalk besteht, gedeihen auch Alpendost und die Behaarte Alpenrose. Der dichte Unterwuchs in den Fichtenwäldern bietet vor allem den Raufußhühnern, wie dem Auer- und dem Haselwild eine unentbehrliche Nahrungsgrundlage. Aber auch Baummarder, Fuchs und Rehwild halten sich dort auf und nicht selten können Habicht, Sperber und Eichelhäher beobachtet werden.
Bergwiesen und Almen Ein Großteil der Schutzzone wird von Almen und Bergwiesen bedeckt. Diese werden einmal im Jahr gemäht, manchmal nur mehr beweidet. Es sind Lebensräume, die durch den Menschen entstanden und durch seine Arbeit geprägt sind. In den Bergwiesen gedeiht eine große Artenvielfalt. An trockenen Stellen sind Arnika, Enziane, Wiesenknöterich, Gold-Pippau und viele andere anzutreffen. Werden die Flächen zu stark beweidet, gewinnen tritt-unempfindliche und vom Vieh verschmähte Arten, wie Rasenschmiele und der Bürstling die Oberhand. Durch den Bau von Almhütten und Heuschuppen fanden Hausrotschwanz, Bachstelze, Meisen und Wiesel gute Lebensbedingungen. Aber auch Bodenbrüter wie der Wasserpieper können hier ihre Jungen durch den späten Grasschnitt aufziehen.
Alpine Rasen und Schutthalden Zwischen 2.000 und 2.800 m Meereshöhe finden wir mehr oder weniger geschlossene Matten oder Rasengesellschaften. Die Kalkrasen der Dolomiten
setzen sich aus Blaugras und Immergrüner Segge zusammen, daneben sind die Silberwurz und die Polstersegge häufig anzutreffen. Charakteristisch für die Dolomiten sind auch das stark verbreitete Drachenmaul, die
Dolomitenschafgarbe, die Kugelblume und stellenweise das Edelweiß. Eine Reihe von "Spezialisten", wie der gelb blühende Rhätische Mohn, das Rundblättrige Täschelkraut besiedeln die Schuttkare, welche oft weit in die Talsohle hinunterreichen. In den alpinen Rasengesellschaften fallen häufig die Eingänge der Murmeltierbauten auf. Auch Schneehasen und Schneehühner lassen sich an ruhigen Stellen vor allem im Winter und Frühjahr sowie auch im Spätherbst beobachten. Felsspalten In Felsritzen und -spalten, aber auch auf nacktem Gestein, vermögen nur Spezialisten Fuß zu fassen. Dazu zählen verschiedene Polsterpflanzen, die Schopfige Teufelskralle, das Edelweiß und das Dolomitenfingerkraut. Ferner halten sich hier noch der Dolomiten-Mannsschild, die Horstsegge und der blaugrüne Steinbrech auf. Der Steinadler und der Kolkrabe bauen hier ihre Nester. Von den Säugetieren haben die Gämsen und das wieder eingesetzte Steinwild die obersten Regionen erobert. Mensch und Natur Das Pustertal Die aus den Bellerophon- bzw. Quarzphyllitschichten entspringenden Schwefel- und Eisenquellen von Bad Bergfall waren bereits in uralten Zeiten geschätzt. Auf einem Gemälde in der Badkapelle sind die medizinischen Indikationen angeführt: "Hüfftwehe, Ischiatica, Gliedersucht, versaltznes Geblueth, Gücht, Podagra, weibliche Zuständ ..." Am Schattenhang über Welsberg versprach hingegen die aus dem Quarzphyllit entspringende Badquelle Waldbrunn Heilung.
Stinkende Autokolonnen wälzen sich im Sommer unablässig ins sonst ruhige
Pragsertal. Sie haben nur ein Ziel: den Pragser Wildsee, der - in einem wildromantischen Felsenkessel eingezwängt - als beeindruckendster See der Dolomiten gilt - eine landschaftliche Sensation sozusagen.
Von einzigartiger Schönheit ist auch die Plätzwiese. Bald wäre die Plätzwiese aber hinsichtlich Tourismusrummel mit der Seiser Alm vergleichbar gewesen. Liftkarusselle, Tennisplätze, eine Bauzone für Touristen und Großparkplätze waren bereits geplant. In Form des Naturparkdekretes konnte die Plätzwiese in letzter Minute vor dem Massentourismus gerettet werden. Adressen der Naturparkgemeinden Gemeinde Toblach
Graf-Künigl-Straße 1
39034 Toblach
Tel.: 0474-970500
E-Mail: toblach@gvcc.net Gemeinde Prags
Innerprags 40, 39030 Prags
Tel.: 0474-748675
E-Mail: prags@gvcc.net Gemeinde Abtei
Fraktion Pedraces 40, 39036 Abte
iTel.: 0471-839631
E-Mail: abtei@gvcc.net Gemeinde
Wengen Dorf
21539030 Wengen
Tel.: 0471-843139
E-Mail: wengen@gvcc.net Gemeinde Enneberg
Katharina Lanz Str. 48
39030 St. Vigil in Enneberg
Tel.: 0474-501023
E-Mail: enneberg@gvcc.net Gemeinde Olang
Florianiplatz 4, 39030 Olang
Tel.: 0474-496121
E-Mail: olang@gvcc.net Weitere interessante Informationen über die Naturparke finden Sie auf
http://www.provinz.bz.it/natur/themen/naturparks.asp |